AcI – Akkusativ mit Infinitiv
Ein Nebensatz ohne Konjunktion — Akkusativ plus Infinitiv.
Der AcI steht nach Verben des Sagens, Denkens und Wahrnehmens (dīcere, putāre, vidēre, audīre …). Der Akkusativ wird im Deutschen zum Subjekt eines „dass“-Satzes, der Infinitiv zum Prädikat. Gleichzeitigkeit drückt der Infinitiv Präsens aus, Vorzeitigkeit der Infinitiv Perfekt.
Woran du ihn erkennst
Nach Verben des Sagens, Denkens, Wahrnehmens und Fühlens (dīcere, putāre, audīre, vidēre, scīre, spērāre) folgt kein dass-Satz, sondern ein Akkusativ und ein Infinitiv: Videō puerum currere. Wörtlich „Ich sehe den Jungen laufen“, gemeint „Ich sehe, dass der Junge läuft“.
Wie du ihn übersetzt
Der Akkusativ wird zum Subjekt des deutschen Nebensatzes, der Infinitiv zum Prädikat. Aus dem Hauptverb wird die Einleitung mit „dass“. Zwei Handgriffe, immer dieselben.
Die Zeit des Infinitivs
Der Infinitiv sagt nicht, wann etwas geschah, sondern wie es zum Hauptverb liegt: Infinitiv Präsens = gleichzeitig, Infinitiv Perfekt = vorzeitig, Infinitiv Futur = nachzeitig. Dīcit eum venīre heißt „er sagt, dass er kommt“; Dīcit eum vēnisse „er sagt, dass er gekommen ist“.
Achtung
Meint der Akkusativ dieselbe Person wie das Hauptverb, steht sē: Dīcit sē venīre, „er sagt, dass er (selbst) kommt“. Steht eum, ist ein anderer gemeint.
Beispiele
- Videō puerōs currere.Ich sehe, dass die Jungen laufen.
- Magister dīcit discipulōs labōrāre.Der Lehrer sagt, dass die Schüler arbeiten.
- Putō tē errāre.Ich glaube, dass du dich irrst.
- Audiō avēs cantāre.Ich höre die Vögel singen.
Kleine Übung
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