Satzglieder im Lateinischen
Wer tut was wem — der Bauplan des lateinischen Satzes.
Ein lateinischer Satz besteht aus Satzgliedern. Das Subjekt (Nominativ) handelt, das Prädikat (Verb) nennt die Handlung. Das Akkusativobjekt nennt das direkte Ziel, das Dativobjekt den Empfänger. Adverbiale Bestimmungen geben Ort, Zeit oder Art an. Weil Latein die Wortstellung frei handhabt, erkennt man die Funktion an der Endung, nicht an der Position.
Die Endung trägt die Rolle
Im Deutschen sagt die Stellung, wer handelt: „Der Sklave grüßt den Herrn“ heißt etwas anderes als „Den Sklaven grüßt der Herr“. Im Lateinischen sagt es die Endung. Servum dominus salūtat und Dominus servum salūtat bedeuten dasselbe — der Nominativ ist das Subjekt, wo immer er steht.
Die gewohnte Reihenfolge
Weil die Stellung frei ist, kann sie betonen. Die unauffällige Ordnung ist Subjekt – Objekt – Prädikat: Das Verb steht meist am Satzende. Was der Autor hervorheben will, rückt nach vorn. Beim Übersetzen suchst du deshalb zuerst das Prädikat, dann den Nominativ, dann die Ergänzungen.
Die Satzglieder
Prädikat (das Verb), Subjekt (Nominativ), Objekt (Akkusativ oder Dativ), Adverbiale (Ablativ oder Präpositionalausdruck: wann, wo, wie, womit) und Attribut (ein Adjektiv oder Genitiv, das an einem anderen Wort hängt). Ein Attribut ist kein eigenes Satzglied, sondern Teil desjenigen, zu dem es gehört.
Beispiele
- Servus dominō epistulam dat.Subjekt · Dativobjekt · Akkusativobjekt · Prädikat
- Rōmānī in forō ambulant.Subjekt · adverbiale Bestimmung · Prädikat
- Vōx populī cōnsulem terret.Subjekt mit Genitivattribut · Akkusativobjekt · Prädikat
Kleine Übung
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